Jahresbericht der Geschäftsleitung
Von: François Boone
Das Geschäftsjahr 2025 war geprägt von einem stabilen Anlagenbetrieb und einer hohen Verfügbarkeit unserer Infrastruktur. Gleichzeitig konnten wir bedeutende Optimierungen in Betrieb und Effizienz erfolgreich umsetzen.
Nach den Jahren 2023 und 2024, die durch umfangreiche Aus- und Umbauarbeiten an der Anlage sowie der Erweiterung der Deponie Cazis mit Investitionen für alle Projekte von rund CHF 60 Millionen geprägt waren, stand im Berichtsjahr die Konsolidierung im Vordergrund. Prozesse wurden gezielt angepasst und die Anlage weiter optimiert. Sowohl der Anlagenbetrieb in Trimmis als auch der Betrieb der Deponie in Unterrealta haben sich weiter eingespielt. Dies widerspiegelt sich auch in der neuen Rekordmenge an thermisch verwertetem Abfall von 132’800 Tonnen gegenüber budgetierten 125’000 Tonnen. Auch die Schlackenlogistik zwischen der GEVAG in Trimmis, der ZAV Recycling AG in Hinwil, der Deponie Cazis in Unterrealta sowie der Deponie Plaun Grond in der Surselva, welche vollumfänglich mit elektrisch betriebenen LKW umgesetzt wird, läuft zuverlässig.
Die GEVAG erfüllt eine zentrale und systemrelevante Aufgabe für die Bevölkerung und Wirtschaft im Kanton Graubünden: Die sichere, umweltgerechte Entsorgung von Abfällen, die Rückgewinnung wertvoller Metalle aus der Verbrennungsschlacke sowie die Rückgewinnung wertvoller regionaler Energie.
Im Zuge der optimalen thermischen Energienutzung wurde selbstverständlich auch das Fernwärmenetz im Raum Zizers, Igis und Landquart weiter ausgebaut. Insgesamt konnten wir 39 Hausanschlüsse realisieren, was rund 115 Wohneinheiten entspricht. Jeder Fernwärmekunde ist für uns wichtig und wertvoll. Jedoch speziell an dieser Stelle möchten wir erwähnen, dass die Unternehmen CEDES AG mit ihrem markanten Turm, die Curea Elektro AG und die Della Santa Immobilien AG an das Fernwärmenetz der GEVAG angeschlossen werden konnten.
Auch die Produktion elektrischer Energie konnte aufgrund der höheren Abfallmengen deutlich gesteigert werden. Die Erlöse aus der Stromvermarktung entwickelten sich sehr positiv und lagen über den Erwartungen. Gründe hierfür waren unter anderem der längere Ausfall des Kernkraftwerks Gösgen sowie ein erhöhter Strombedarf im Sommer für Kühlleistung.
Die Welt braucht Ressourcen, eine Ressource sind Metalle. Mit dem Umbau auf einen Schlackentrockenaustrag sowie der intensiven Aufbereitung der Schlacke in der Gemeinschaftsanlage ZAV Recycling AG (ZAVRE) in Hinwil (ZH) gelang es deutlich mehr wertvolle Metalle in Form von Aluminium, Kupfer, aber auch Edelmetalle zurückzugewinnen. Zusätzlich profitierten wir von steigenden Marktpreisen für Buntmetalle, was zu überdurchschnittlichen Rückvergütungen führte.
Neben den positiven Entwicklungen gab es auch Herausforderungen: Im Mai kam es zu einem Brand in der Annahmehalle für Handablader. Dies führte dazu, dass betroffene Kunden ihre Fahrzeuge für den Rest des Jahres im Freien via Mulden-Provisorien entladen mussten und es dadurch auch Einschränkungen bei Anlieferungen von Kehrichtfahrzeugen verursachte.
Dienstjubiläen
Im Berichtsjahr 2025 konnten drei Dienstjubiläen gefeiert werden. So durften wir Marcel Fausch zu seinem 30-jährigen, Hannes Gloor und Ronny Lostuzzo zum 10-jährigen Dienstjubiläum gratulieren. Zu Ronny dürfen wir noch anmerken, dass er in zweiter Generation bei uns arbeitet. Schon sein Vater war bei uns in der gleichen Funktion während 19 Jahren tätigt.
Für die geleistete Arbeit sowie die Treue, Loyalität und den stetigen Einsatz während den letzten Jahren, um die GEVAG weiterzuentwickeln, danke ich ganz herzlich.

Marcel Fausch (30 Jahre)

Hannes Gloor (10 Jahre)

Ronny Lostuzzo (10 Jahre)
Weiterbildung Heizwerkführer
Otmar Bärtsch in der Funktion als Betriebsleiter und Adnan Karabasic in der Funktion als Schichtleiter absolvierten die höhere Fach- und Berufsprüfung zum Heizwerkführer mit eidgenössischem Fachausweis mit Erfolg. Wir gratulieren Otmar und Adnan zur erfolgreich bestandenen Berufsprüfung herzlich.

Diplomübergabe an Otmar Bärtsch (Mitte)

Diplomübergabe an Adnan Karabasic (Mitte)
Weiterbildung KVA-Grundkurs
Im vergangenen Jahr haben drei Personen, den durch den Verband der Betreiber Schweizerischer Abfallverwertungsanlagen (VBSA) organisierten einwöchigen KVA-Grundkurs, besucht.
Daniel Kirchner, Beat Vincenz und Marius Zarn konnten diese Ausbildung mit einer Prüfung erfolgreich abschliessen.
Vollbesetzung
Der Fachkräftemangel ist in vieler Munde. Im Laufe das Berichtsjahres konnten alle unsere planmässigen Abgänge zeitnah wieder ersetzt werden. Ende Jahr arbeiteten insgesamt 49 Mitarbeiter (47.1 Vollzeitstellen) sowie drei Lernende bei der GEVAG, was einer Vollbesetzung entspricht.
Öffentlichkeitsarbeit und Nachhaltigkeit
GEVAG feierte im Berichtsjahr die 50-jährige Inbetriebnahme der Anlagen. Auch die benachbarte Recyclingfirma ELREC AG konnte in diesem Jahr ihre 80-jährige Firmengründung feiern. Aus diesem Grund führten wir gemeinsam am Wochenende vom 16. und 17. August 2025 Tage der offenen Tür durch.
Zusammen durften wir auf erfolgreiche Tage der offenen Tür zurückblicken, an denen wir rund 4’500 Besucherinnen und Besucher begrüssen durften, die zugleich die Gelegenheit nutzten, hinter die Kulissen der GEVAG und der ELREC AG zu schauen. Der gemeinsame Anlass zum 50- und 80-Jahr-Jubiläum stiess auf grosses Interesse. Mit wertvollen Begegnungen, viel Wissensvermittlung und guter Stimmung. Die Bevölkerung erhielt exklusive Einblicke und konnte die Welt der Abfallverwertung und des Recyclings aus nächster Nähe erleben. Zu erfahren war auch, welche Produkte die grossen Energiebezüger der GEVAG herstellen, die thermische Energie in ihrer Produktion einsetzen.
So zeigte beispielsweise die Papierfabrik LandQart® AG ihre Hightech-Produkte im Bereich Sicherheitspapier, aus dem Pässe, Ausweise und vor allem Banknoten hergestellt werden.
Die ebenfalls in Landquart ansässige Emmi Käse AG nutzt den heissen Dampf der GEVAG zur Produktion von Raclette-Käse. Den Besucherinnen und Besuchern wurde eine ordentliche Portion des in Landquart produzierten Raclette-Käses angeboten. Davon wurde ausgiebig Gebrauch gemacht.
Bei sommerlichem Wetter mit kurzer Gewittereinwirkung war der Besucherandrang gross. Besonders beliebt waren die Rundgänge und das Rätselspiel für Kinder. Die Festwirtschaft und das Kinderprogramm mit Hüpfburg, Sandkasten und Kletterwand sorgten für ausgelassene Stimmung auf dem Gelände. Die direkte Begegnung mit der Bevölkerung war für uns ein Highlight.
Der Tag der offenen Tür war für beide Unternehmen ein voller Erfolg und ein starkes Zeichen für regionale Zusammenarbeit, Umweltbildung und gelebte Kreislaufwirtschaft.
Dank
Dieses erfolgreiche Jahr kam natürlich auch aufgrund unserer Mitarbeiter zustande, die 365 Tage und 24 Stunden für ein sauberes und nachhaltiges Graubünden im Einsatz stehen. Ich möchte darum ein herzliches Dankeschön an unsere Mitarbeitenden richten. Auch der Betriebskommission, die als Bindeglied zwischen der Belegschaft und der Geschäftsleitung wirkt, meinen beiden Mitstreitern in der Geschäftsleitung, dem Verwaltungsrat, der Geschäftsprüfungskommission, den Trägergemeinden, der Revisionsgesellschaft RRT, den Abfallverbänden des Kantons Graubünden sowie den Behörden, dem Amt für Natur und Umwelt (ANU), unserer Standortgemeinde Trimmis sowie Cazis als Standortgemeinde der Deponie sei ein grosser Dank für die gute und zielgerichtete Zusammenarbeit ausgesprochen.