Jahresbericht des CFO
VON: Urs Derungs
Rückblick auf das Geschäftsjahr 2025
Das Jahr 2025 war für uns ein sehr intensives und ereignisreiches Jahr. Die ersten vier Monate verliefen planmässig. Anfang Mai kam es jedoch in der Nacht von Freitag auf Samstag zu einem Brand in der Annahmehalle. Dank des schnellen und professionellen Eingreifens der Feuerwehr konnte das Feuer rasch unter Kontrolle gebracht und gelöscht werden. Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden.
Der Betrieb konnte schnell wieder aufgenommen werden: Bereits ab Montag waren Anlieferungen wieder möglich. Für private Anlieferer und Kleinkunden wurden im Aussenbereich provisorisch zwei Container aufgestellt. Die Annahmehalle selbst stand jedoch bis Ende Jahr nicht mehr zur Verfügung. Der versicherte Sachschaden kann derzeit noch nicht abschliessend beziffert werden; aktuell wird von rund CHF 1.90 Mio. ausgegangen, wovon CHF 0.25 Mio durch die GEVAG übernommen werden musste.
Bereits im ersten Halbjahr zeichnete sich eine erfreuliche Entwicklung des Unternehmensergebnisses ab. Dank höherer Erlöse bei gleichzeitig im Rahmen des Budgets liegenden Kosten dürfte das Ergebnis deutlich besser als budgetiert ausfallen. Auch bei den grossen Investitionsprojekten zeigte sich ein Trend zu Kostenunterschreitungen gegenüber dem Budget. Dadurch konnten im zweiten Halbjahr geplante Darlehensaufnahmen vermieden werden.
Im August öffnete die GEVAG während zwei Tagen ihre Türen für die Bevölkerung. Rund 4’500 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, einen Einblick in unsere Anlagen und Prozesse zu erhalten. Die Rückmeldungen waren durchwegs positiv. Für die GEVAG war dieser Anlass ein grosser Erfolg – ein Erfolg, der ohne den engagierten Einsatz unserer Mitarbeitenden nicht möglich gewesen wäre.
Ein weiterer wichtiger Schritt war der erstmalige ganzjährige Transport von Trockenschlacke zur ZAV Recycling AG (ZAVRE) nach Hinwil. Mit Elektrolastwagen wurden rund 26’000 Tonnen Schlacke zur Aufbereitung transportiert. Bei ZAVRE können rund 14% der angelieferten Schlacke als Fremdstoffe wie Eisen, Edelmetalle, Glas oder verschiedene Nichteisenmetalle zurückgewonnen werden. Rund 86% der gelieferten Trockenschlacke wurden anschliessend wieder übernommen und durch die GEVAG im Kanton Graubünden deponiert.
Im November informierte uns ZAVRE darüber, dass sich die Marktpreise für die zurückgewonnenen Fremdstoffe deutlich besser entwickelt hatten als ursprünglich angenommen. Daraus resultierte eine zusätzliche, von uns nicht budgetierte Vergütung in der Höhe von CHF 1.17 Mio., welche im November und Dezember an die GEVAG ausbezahlt wurde.
Die GEVAG hat ihr Fernwärmenetz im Jahr 2025 weiter ausgebaut und insgesamt 39 Liegenschaften in Zizers, Igis und Landquart neu angeschlossen. Durch die Umstellung auf Fernwärme aus der thermischen Verwertung von Abfällen können drei grosse Kunden ihre CO2-Emissionen deutlich reduzieren und jährlich rund 470’000 Liter Heizöl-Äquivalent einsparen.
Jahresergebnis 2025 im Vergleich zum Budget
Im Budget wurde mit einer Abfallmenge von 125’000 Tonnen gerechnet. Effektiv wurden im Berichtsjahr 2025 134’274 Tonnen angeliefert und davon 132’871 energetisch genutzt. Zum Zeitpunkt der Budgeterstellung im August 2024 war noch nicht absehbar, dass die umfangreichen Investitionen in die Leistungssteigerung sowie in die Energierückgewinnung bereits Anfang 2025 zu einer positiven Entwicklung des Betriebsertrags führen würden.
Auch im Bereich Wärmeverkauf konnten höhere Einnahmen erzielt werden. Neben zusätzlichen angeschlossenen Kunden wurde auch eine höhere Wärmemenge fakturiert.
Die grösste positive Abweichung gegenüber dem Budget wurde im Bereich elektrische Energie erzielt. Insgesamt wurden rund 11’000 MWh mehr Strom verkauft.
Abfall
Energie
Erfolgsrechnung
Der Betriebsertrag lag mit CHF 32.62 Mio. um CHF 6.07 Mio. über dem budgetierten Wert.
Mit einem Unternehmensergebnis von CHF 7.33 Mio. wurde das Budget 2025 um CHF 6.86 Mio. übertroffen.
Der Produktions- und Sachaufwand lag um CHF 0.38 Mio. über dem Budget. Im Mai 2025 kam es zu einem Brand in der Annahmehalle. Der Schaden wurde, abzüglich eines Selbstbehalts und einer Zeitwertkorrektur von CHF 0.25 Mio., durch Versicherungsleistungen gedeckt. Zusätzlich musste im Jahr 2025 eine nicht geplante Wertberichtigung auf Lagerteile in Höhe von CHF 0.19 Mio. vorgenommen werden.
Bei der Aufbereitung und Entsorgung der Reststoffe wurde das Budget um CHF 1.48 Mio. unterschritten. Dies ist auf eine höhere Schlackenlieferung an ZAVRE/Hinwil sowie auf hohe Metallgutschriften zurückzuführen.
Der Personalaufwand sowie die übrigen betrieblichen Aufwendungen konnten unter dem budgetierten Wert abgeschlossen werden.
Eine Budgetüberschreitung ist bei den Abschreibungen auf Sachanlagen entstanden. Die höheren Abschreibungen sind die Folge der neuen, ab Januar 2025 gültigen Anlagenrichtlinie, mit ergänzenden Anlagengruppen und kürzeren Abschreibungszeiten.
Der Finanzaufwand ist um CHF 0.47 Mio. tiefer ausgefallen. Für das Budget wurde mit einer höheren Zinsbelastung gerechnet.
Jahresergebnis 2025 im Vergleich zum Vorjahr
Gegenüber dem Vorjahr wurden 8’119 Tonnen mehr angenommen. Die energetische Nutzung steigerte sich um 9’856 Tonnen.
Bei der verkauften Energie ist der Ferndampf auf Vorjahresniveau. Die Zunahme bei der Fernwärme mit 3’566 kWh ist auf die neuen Anschlüsse zurückzuführen. Der Verkauf der elektrischen Energie erhöhte sich ebenfalls um 2’890 kWh.
Abfall
Energie
Erfolgsrechnung
Das Geschäftsjahr 2025 wurde mit einem Unternehmensergebnis von CHF 7.33 Mio. abgeschlossen. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer deutlichen Ergebnissteigerung von CHF 5.20 Mio.
Der Betriebsertrag konnte gegenüber dem Vorjahr um CHF 4.73 Mio. auf CHF 32.62 Mio. gesteigert werden. Diese Entwicklung ist insbesondere auf höhere Abfallmengen, gesteigerte Energieverkäufe, höhere Energiepreise sowie einen insgesamt höheren sonstigen Ertrag zurückzuführen.
Die Sachkosten für Produktion, Deponie, Personal sowie die übrigen betrieblichen Aufwendungen sind mit CHF 0.26 Mio. über dem Niveau des Vorjahres.
Im Geschäftsjahr 2025 fanden 6 Verwaltungsratssitzungen, 2 Sitzungen der Eignerkommission sowie 33 Arbeitsgruppensitzungen statt. Die Arbeitsgruppen begleiteten unter anderem grössere Investitionsprojekte.
Die Entschädigungen für die Verwaltungsratstätigkeit sind im «Entschädigungsreglement für den Verwaltungsrat, die Geschäftsprüfungskommission sowie Kommissionen der öffentlich-rechtlichen Anstalt GEVAG» geregelt. Insgesamt wurden an die 7 Verwaltungsratsmitgliedern und den 3 Vertreter der Geschäftsprüfungskommission (GPK) Entschädigungen in Höhe von CHF 0.14 Mio. ausbezahlt. Einzelne Verwaltungsratsmitglieder vertreten die GEVAG zudem in anderen Gesellschaften. Die entsprechenden Entschädigungen werden direkt über die GEVAG mit den jeweiligen Unternehmen verrechnet und führten im Berichtsjahr zu Einnahmen von CHF 0.02 Mio.
Das EBITDA erhöhte sich um CHF 4.47 Mio. (+ 34.6%) auf CHF 17.38 Mio. Die EBITDA-Marge beträgt 55.7% (Vorjahr: 48.1%).
Die Abschreibungen auf Sachanlagen sind mit CHF 8.54 Mio. gegenüber dem Vorjahr um CHF 0.82 Mio. (- 8.8%) tiefer ausgefallen. Im Verlauf des Jahres wurden sämtliche Investitionsprojekte abgeschlossen und in der Anlagenbuchhaltung aktiviert, wodurch neue Abschreibungen in Höhe von CHF 2.16 Mio. entstanden. Gleichzeitig entfielen Abschreibungen von CHF 2.98 Mio., da der Ofenumbau der Linie 2 aus dem Jahr 2004 inzwischen vollständig abgeschrieben wurde.
Das EBIT stieg damit auf CHF 8.85 Mio. und liegt CHF 5.29 Mio. (+ 60%) über dem Vorjahreswert.
Der Finanzaufwand erhöhte sich um CHF 0.08 Mio. auf CHF 1.52 Mio.
Die einzelnen Details können aus dem Finanzbericht entnommen werden.